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So viele Geschichten hängen an diesem Ort – Zufluchtskirche wurde entwidmet

So viele Geschichten hängen an diesem Ort – Zufluchtskirche wurde entwidmet


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Datum der Veröffentlichung Veröffentlicht am Dienstag, 28. Juni 2022, 20:07 Uhr
So viele Geschichten hängen an diesem Ort – Zufluchtskirche wurde entwidmet

von Florian Kunz

„Abschied ist ein bisschen wie sterben“, hat Katja Ebstein einmal gesungen und für den Abschied einer Kirche gilt das besonders. Es ist ein schmerzlicher Schritt, wenn eine Gemeinde entscheidet ein Kirchengebäude aufzugeben. Die Zuflucht-Jeremia-Gemeinde hatte diese Entscheidung getroffen, weil die bauliche Unterhaltung von zwei Gemeindezentren, die nur 400 Meter entfernt voneinander liegen auf Dauer nicht zu stemmen gewesen wäre.

Am Standort Jeremia sind die Bauarbeiten an Kirche und Gemeindezentrum in vollem Gange, die neue Kita Samariter ist schon fertig und in Betrieb. Der Standort Zuflucht wurde an den Bezirk verkauft. Die Gebäude werden abgerissen und ein Gemeinschaftszentrum für das Quartier soll hier entstehen.

Am Sonntag, den 26. Juni, wurde nun die Zufluchtskirche in einem Gottesdienst entwidmet, also außer Nutzung gestellt. Ein wenig wie eine Trauerfeier für einen Ort, der mit vielen Erinnerungen und Geschichten aufgeladen ist, ein emotionaler Anlass für viele Gemeindemitglieder, die hier getraut wurden, ihre Kinder getauft haben oder von einem geliebten Menschen Abschied genommen haben. „Everything must change“, sang die Gemeindepfarrrerin und Sängerin Axinia Schönfeld eindrücklich am Flügel.In meiner Predigt lenkte ich den Blick auf die Reliefs von Waldemar Otto auf Kanzel und Altarfront, wo kleine und große Menschen sich um das Kreuz versammeln, aus der Bibel lesen, beten und Brot und Wein teilen: „Die auf den Bildern – das seid ihr, liebe Geschwister! Auch wenn dieses Zelt abgebaut wird, die Gemeinde lebt weiter.“

Vor dem Segen wurde die Urkunde des Bischofs zur Entwidmung der Kirche verlesen und Ingrid Mittge, welche die Kirche seit ihrer Entstehung in den 60er Jahren kennt, ging mit der brennenden Osterkerze durch die Kirche und hielt vor der Kanzel, dem Taufstein und dem Altar inne, während ich Gebetsworte der Erinnerung und des Dankes sprach.

Auch die Bezirksbürgermeisterin Dr. Carola Brückner und der Bundestagsabgeordnete Helmut Kleebank gaben der Gemeinde zu diesem besonderen Gottesdienst die Ehre.

Im Anschluss gab es einen kleinen Empfang mit Sekt und veganen Snacks vor der Kirche. Eine Gelegenheit, die genutzt wurde, um Erinnerungen rund um die Zufluchtskirche auszutauschen.