Veröffentlicht am Mi., 17. Feb. 2016 12:51 Uhr

Gibt es ein sinnvolles Leben jenseits der 65 - ja unbedingt!
Geht man nach langer Berufstätigkeit mit ca. 65 Jahren in den Ruhestand, stellt man sich die Frage:
"Was tue ich nun mit meiner freien Zeit?" - Zuerst ist es wunderschön, ohne Zeitdruck am Frühstückstisch zu sitzen und die Zeitung
ausführlich zu studieren und auch lange Spaziergänge sind erholsam und
gesundheitsfördernd. Und dann?

Gut ist derjenige dran, der schon immer ein schönes Hobby hatte und auch über eine gute Gesundheit verfügt. Als
Hobby habe ich - gemeinsam mit meinem Mann - schon 5 Jahr-zehnte lang den
Rudersport, und wir unterstützen den Verein auch mit vielen Aktivitäten. Aber
trotzdem - irgendetwas hatte noch gefehlt!

Da uns unsere 15jährige Enkeltochter nicht mehr oft in Anspruch nahm, kam die Nachricht von Kikon, die "Paten-Großeltern"
suchten, gerade recht. Ich hatte Glück, dass sich auch mein Mann für dieses
Projekt erwärmen konnte, und so stand einem Gespräch mit Frau Fandré nichts
mehr im Wege. Sie sprach mit uns über Kinder unterschiedlicher Altersstufen,
die sich Großeltern wünschten und wir entschieden uns dann für die kleine
Shiloh, deren Mutter vor vielen Jahren aus Kamerun zu ihrer Schwester nach
Berlin gezogen ist.

Beim ersten Kontakt mit dem 4jährigen Mädchen war es gleich gegenseitige "Liebe auf den ersten
Blick". Wir vereinbarten fortan einmal an einem bestimmten Wochentag die
Kleine von der Kita abzuholen und mit ihr einige Stunden zu verbringen. Es war
schon eine Umstellung, sich wieder auf so ein kleines Kind einzulassen und man
braucht dazu auch etwas Phantasie. Aber mit Shiloh war es überwiegend einfach:
Sie war und ist an vielen Dingen interessiert, sehr kreativ und musikalisch.
Bald freundeten wir uns auch mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester an,
und es ging immer sehr herzlich zu, wenn Shiloh wieder nach Hause gebracht
wurde.

Inzwischen ist unser "Enkelkind" nun schon 6 Jahre alt und besucht ohne Probleme die erste
Klasse einer Grundschule. Ihre Schwester ist jetzt 2 1 /2 Jahre alt und auch sehr
munter und agil. Auch sie haben wir ins Herz geschlossen und freuen uns sehr,
dass sie uns auch mag. So hoffen wir gesund zu bleiben, um diese nette Familie
noch lange begleiten zu können.

Ich möchte hiermit Mut machen, diesen Schritt zu wagen und ein Kind als Oma
oder Opa oder auch Tante oder Onkel zu betreuen. Man braucht auch keine Angst zu haben, wenn mal
die "Chemie" nicht stimmen sollte. Frau Fandré von Kikon begleitet uns und ist mit Rat und Tat zur Stelle. Auch
findet in zwei- bis dreimonatlichen Abständen ein Treffen zum Erfahrungsaustausch mit den anderen Paten statt.
Alle Mühe wird belohnt mit Liebe und Kinderlachen und ist schon einen Versuch wert!
Trauen Sie sich!

Hannelore Lehmann

Kategorien KIKON