Veröffentlicht von Ulrike Biskup am Mi., 1. Jan. 2020 00:00 Uhr

RÜCKBLICK UND AUFBRUCH

Martin Luther hat ein schwieriges Erbe hinterlassen. In der Anfangszeit der Reformation hat er dafür plädiert, die Juden menschlich zu behandeln. Später hat er sie unerträglich geschmäht und die Anwendung von Gewalt gegen sie gefordert. Auch sein übriges Schrifttum lässt keinen Raum für jüdisches Leben. Alles Licht fällt auf die Seite des Evangeliums, alles Dunkel auf die jüdische Seite, symbolisiert vom Gesetz ohne Gnade.

Lucas Cranach und seine Schule haben diese Auffassung Luthers auf vielen Bildern umgesetzt. Durch Wort und Bild ist seine negative Sicht der Juden durch die Jahrhunderte hin wirksam geworden. Das jüdische Selbstbild blieb bedeutungslos, obwohl Jesus, wie Luther anfangs betonte, „ein geborner Jude“ war.

Erst nach dem Holocaust haben die evangelischen Kirchen begonnen, sich dem lastenden Erbe von Luthers Judenfeindschaft zu stellen. Hier reiht sich die Ausstellung ein. Sie wird von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und dem Touro College Berlin getragen. Auf ihren Tafeln erhalten jüdische und christliche Perspektiven Raum.

Ausstellung vom 19. Januar bis 1. März 2020 in der Ev. Weinberggemeinde, Laurentiuskirche, Heerstraße 367, Spandau-Wilhelmstadt, 13593 Berlin

Die Ausstellung wird mit dem Gottesdienst am 19. Januar 2020 um 9:30 Uhr, Predigt Pfarrer Helmut Ruppel, eröffnet.

Kontakt für Besichtigungstermine/Ausstellungsbegleitung für Gruppen und Schulklassen:
Werner Falk: 0171 107 69 17
Dr. Lorenz Wilkens: 897 88 022

Kategorien AG Christen und Juden