We are updating our website design to improve the experience on our site.

20 Jahre Mahnwache (k)ein Grund zum Feiern

20 Jahre Mahnwache (k)ein Grund zum Feiern


# Mahnwache intern
Datum der Veröffentlichung Veröffentlicht am Donnerstag, 27. August 2020, 15:45 Uhr
20 Jahre Mahnwache (k)ein Grund zum Feiern

Seit dem 2. September 2000, also seit 20 Jahren stehen an jedem 1. Samstag im Monat 20 bis 30 Menschen auf dem Marktplatz in der Spandauer Altstadt mit einem Transparent:

Mahnwache für Toleranz und ein friedliches Miteinander ‑ gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.

Chronik 20 Jahre Mahnwache

Immer noch gibt es dieselben Gründe, gegen Intoleranz, Gewalt und Antisemitismus zu demonstrieren wie damals – und es gibt neue Herausforderungen wie etwa zunehmende Fremdenfeindlichkeit, populistische und extremistische Politikströmungen und der erschreckende Rassismus.

Nach über 220 Mahnwachen wird das Zwanzigjähre am 5. September 2020 begangen. Da werden prominente Menschen aus Politik und Kirche die Mahnwache verstärken. Aber auch alle anderen Menschen sind aufgefordert, Gesicht zu zeigen und eine Stunde auf dem Marktplatz für die „einzustehen“, die selbst keine Stimme haben, die verfolgt, gedemütigt oder misshandelt werden, weil ihre Hautfarbe, Sprache oder Religion „anders“ ist.

Der Sommer 2000 war ein trauriger Höhepunkt rassistischer und rechtsextremer Gewalt in Berlin, Brandenburg und ganz Deutschland. Daher riefen Spandauer Christinnen und Christen aus den Arbeitsgruppen „Asyl“ und „Christen und Juden“ zusammen mit der Jugendarbeit im Evangelischen Kirchenkreis zu einer Mahnwache auf. Sie knüpften damit an eine Spandauer Tradition von Friedensmahnwachen (1984) und Mahnwachen „gegen Gewalt und Ausländerhass“ (ab 1992) an. Veranstalterin der Mahnwache ist die Evangelische Kirche Spandau, Unterstützer sind heute die Katholische Kirche Spandau, das „Spandauer Bündnis gegen Rechts“, der Runde Tisch Spandau für Demokratie und Toleranz, der Migrations-  und Integrationsbeirat und der Frauenbeirat des Bezirks, die „Aktion Noteingang“ Spandau und die Spandauer Gruppe von „Amnesty international“.

Zur ersten Mahnwache kamen etwa 50 Menschen. Über die Jahre hat sich eine verlässliche Kerngruppe gebildet, aber die Zusammensetzung der jeweils aktuellen Mahnwache ist sehr unterschiedlich und oft überraschend. Jede und jeder kann sich dazustellen ‑ und sei es nur für zehn Minuten.

Voran geht der Mahnwache eine Andacht in St. Nikolai mit einem Gesprächsteil und mit Gebet. Danach steht zu jeder Jahreszeit, bei Wind und Wetter, von 11 bis 12 Uhr eine Gruppe von Menschen da mit dem Transparent. Es gibt freundliche Reaktionen von Passanten und verärgerte, spöttische, gleichgültige, aggressive und nachdenkliche. Am meisten Anstoß genommen wird an einem Zusatzschild mit der Aufschrift „Flüchtlinge willkommen heißen!“

Lohnt sich die Mühe? Ja, sagen Gruppenmitglieder: für uns, weil wir wachsam sind und am Thema dran bleiben, für die Passantinnen und Passanten, weil in den Köpfen etwas angestoßen wird.

Mone Kraft / Franz-Josef Esser

Kontakt: Franz-Josef Esser, Tel. 030/2847 0442, 0171/3255 186, esser35@web.de