11/09/2026 0 Kommentare
5 Jahre Superintendent — ein Amt, das es 50 Jahre nicht gab
5 Jahre Superintendent — ein Amt, das es 50 Jahre nicht gab
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5 Jahre Superintendent — ein Amt, das es 50 Jahre nicht gab
Mit Florida-Eis und Gesang hat der Kreiskirchenrat seinen Vorsitzenden am 9. September 2026 überrascht und dessen fünfjähriges Dienstjubiläum gefeiert. Am 1. September 2021 trat Florian Kunz seinen Dienst als Superintendent des Kirchenkreises Spandau an. Die Hälfte seiner zehnjährigen Amtszeit ist damit vorüber.
Mehr als nur ein Personalwechsel
Das Datum markiert mehr als einen Personalwechsel. Mit Florian Kunz kehrte Spandau nach fünfzig Jahren zum Superintendentenamt zurück. 1971 war der Kirchenkreis vorangegangen: Ein Leitungsteam aus ordinierten und nichtordinierten Synodalen übernahm die Verantwortung – ein Modell, das es in Berlin und Brandenburg sonst nur jenseits der innerdeutschen Grenze in Rathenow gab und das gegenüber der Kirchenleitung erst mit einiger Beharrlichkeit durchgesetzt werden musste. Die kollegiale Leitung war keine Verlegenheitslösung, sondern Überzeugung, dass Verantwortung, die auf mehreren Schultern ruht, besser getragen wird.
Umso schwerer wog die Entscheidung, sie aufzugeben. Präses Stefan Pfeiffer erinnert an die Wahl: „Es war eine denkwürdige Synode im April 2021. Denkwürdig nicht nur deshalb, weil sie wegen der Corona-Pandemie digital stattfinden musste, sondern auch weil Spandau nach so vielen Jahren wieder einen Superintendenten gewählt hat.“ Er selbst habe zu denen gehört, die am alten Modell festhalten wollten. Heute zieht er eine andere Bilanz: „Nach fünf Jahren bin ich überzeugt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.“
Ein Gesicht für den Kirchenkreis
Die Veränderung ist spürbar geworden. Viele Fäden laufen heute an einer Stelle zusammen: Personalverantwortung, Haushaltsfragen, die Brücke zur Landeskirche, die Vertretung nach außen. Der Gewinn ist Ansprechbarkeit – der Kirchenkreis hat ein Gesicht, für die Gemeinden ebenso wie für Bezirkspolitik und Öffentlichkeit.
Fünf Jahre sind ein Zeitraum, nach dem sich sagen lässt, ob eine solche Konstruktion trägt. Sie trägt. Das ist nicht allein ein Verdienst der Struktur, sondern der Art, wie sie ausgefüllt wird – mit Verlässlichkeit, mit Geduld in langen Prozessen und mit der Bereitschaft, unbequeme Fragen offen zu halten, statt sie rasch zu schließen. Unterwegs ist Spandau dabei weiterhin im Team: im Sup-Team aus Florian Kunz und seinen beiden Stellvertretungen, Irene Ahrens-Cornely und Viktor Weber, im Kreiskirchenrat und in zahlreichen Arbeitsgruppen. Die kollegiale Idee ist nicht verschwunden. Sie hat eine andere Form gefunden.
Winnie Grundwald
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