Gleich einer Symphonie in grün

Gleich einer Symphonie in grün

Gleich einer Symphonie in grün

Sonntag, 26. April 2026, 17:00 Uhr
Ev. St. Nikolai-Kirche, Reformationsplatz, 13597 Berlin
Aviv Weinberg (Sopran) und Z’lil schel Bet Haskala (Jazz-Ensemble)
Eintritt frei. Spenden willkommen.

Konzert zu Gedichten von Selma Merbaum

Selma Merbaum hinterließ 57 Gedichte in ihrem Gedichtband „Blütenlese“, die heute Weltliteratur sind. Mit 18 Jahren starb die Jüdin 1942 im Zwangsarbeiterlager Michailowka.

Albrecht Gündel-vom Hofe hat die Texte für Sopran und Jazz-Ensemble vertont und arrangiert.

Aufgeführt wird die vertonte Lyrik von der Sopranistin und jüdischen Kantorin Aviv Weinberg und dem Z’lil schel Bet Haskala-Ensemble.

Organisiert von der AG Christen und Juden in Spandau mit Unterstützung der St. Nikolaigemeinde und Sondermitteln der BVV-Spandau.

Mehr über Selma Merbaum

1939 schrieb die 15-jährige Selma Merbaum in ihrer Heimatstadt Czernowitz erste Gedichte. Nur drei Jahre blieben ihr bis zu ihrem frühen Tod im Arbeitslager Michailowka, wohin sie mit ihrer jüdischen Familie von den deutschen Besatzern gebracht wurde und entkräftet an Flecktyphus starb. 

Unrecht, Leid und Tod. Doch ihre Lyrik, bestehend aus 58 – zur Weltliteratur zählenden – Gedichten, ist nicht nur melancholisch, sondern voller Lebensfreude und Lebenswillen, trotz der widrigen Umstände, unter denen sie litt. Mit der Natur, die zur Metapher ihrer Sehnsucht wurde, war sie innig verbunden. Selma stellte die Schöpfung in den Dienst ihrer Dichtung. Poesie war ihr inneres Exil.

„Ungespielte Töne“, so könnte man das kurze Leben der Selma Merbaum nennen. Mit Selma und vielen anderen Dichtern sind unzählige kostbare Kulturgüter verloren gegangen. Es war wie ein zweiter Tod und dauerte mehr als ein Vierteljahrhundert, länger als ihre kurze Lebenszeit, bis ihr Werk bekannt wurde. 

Ihre „Flamme“ am Brennen zu halten und sie nicht als Rückschau auf eine verlorengegangene jüdische Kultur – im Sinne einer „Asche“ zu zelebrieren, ist das Anliegen dieses Konzertes. In den Vertonungen nehmen die Musiker:innen Selmas Kompass, der auf Menschlichkeit und Respekt gegenüber der Schöpfung ausgerichtet ist, auf.

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